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    Lichtburg / Corso
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 Adresse
  Behmstraße 7-9
13357 Berlin Wedding
 Kinobetrieb von - bis
  1929 - 1962
 Heute
  Abgerissen
 Platzanzahl
  2300 Plätze
 Alternativer Kinoname
  Corso (1947 - 1962)
 Architekt
  Rudolf Fränkel
4'19 Angaben ohne Gewähr
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 Beschreibung
Die 'Lichtburg' ist das erste Kino Berlins nach dem eine Straße benannt wurde. Der Lichtburgring liegt im Neubauviertel nördlich des Mauerparks und ist ca. 1 Kilometer vom ehemaligen Standort des Kinos in der Gartenstadt Atlantic (noch heute erhalten) entfernt. Vermutlich kennt kaum ein Bewohner den Ursprung des Namens.

Corso, Sommer 1960 © Archiv Uwe Friedrich
In den 1920ern kam es zu einem einzigartigen Kino-Bauboom in der Stadt, so dass 1930 von den ca. 400 Kinos über 41 Kinos gigantische Sitzplatzkapazitäten von 1000 bis 2462 Besuchern besaßen.
Die 'Lichtburg' wurde 1929 im Zuge des Neubaus der Gartenstadt Atlantic vom Architekten Rudolf Fränkel erbaut. Sie eröffnete mit heute unvorstellbaren 2300 Plätzen (1650 im Parkett und 650 im Rang). Das herausragende gestalterische und namensgebende Element war der 40 Meter hohe Rundbau an der Ecke Heidebrinker Straße. In dem Turm waren nicht nur Veranstaltungssäle für 500 bzw. 700 Personen integriert, sondern auch ein Leuchtspektakel, welches das Kino weit sichtbar machte. Im gläsernen Dachpavillion rotierten drei Marinescheinwerfer mit 1500 Watt-Lampen und strahlten in den Himmel während an die 1000 Lampen die 15 senkrechten Kinofenster aus Opalglas leuchten ließen.

Corso, wahrscheinlich um 1961 © Archiv Uwe Friedrich
Auf den obigen Fotos, als 'Corso' wiedereröffnet (1945-1962) mit Schäden aus dem Krieg, kann man das ehemalige Spektakel im Turm nur noch erahnen. Im letzten Jahr seines Bestehens (1961) wurde der Turm noch verkleidet und der Kinoname als moderne Neonschrift angebracht. Mit dem Bau der Mauer war das Einzugsgebiet der Besucher zu gering um das Kino weiter zu betreiben und wurde schließlich 1970 abgerissen.

Phantom der Lichtburg bei Tag, Oktober ‎2016 © kinokompendium
Doch auch eine andere dunkle Geschichte kann man an dem Kino ablesen. Der erste Pächter und Betreiber Karl Wolffsohn (Gründer des Verlagshaus 'Lichtbild-Bühne' und auch Betreiber von weiteren Kinos wie die 'Lichtburg Essen') musste zur 'Arisierung' nach und nach alle Geschäfte weit unter Wert verkaufen. Nach der Entlassung aus einer 8-monatigen Schutzhaft konnte er mit Familie nach Palästina fliehen. Nach dem Krieg kehrte er nach Deutschland zurück und ging vor Gericht gegen den Raub der Nationalsozialisten vor. Aber das Ende aller Verhandlungen erlebte er nicht mehr. Mit der Skulptur 'Phantom der Lichtburg', Behm- Ecke Heidebrinker Straße, wird an das Kino, den Architekten und auch Karl Wolffsohn erinnert.

[Ben 4'19]


Phantom der Lichtburg bei Nacht, Oktober ‎2016 © kinokompendium