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| Adresse
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Wilhelmsruher Damm 128
13439 Berlin Reinickendorf
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| Kinobetrieb
von - bis |
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1966 / 67 - 27. Oktober 2007
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| Heute |
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Gebäude erhalten, Kino zerstört
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| Platzanzahl |
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462 Plätze
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| Alternativer
Kinoname |
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Kino im Märkischen Viertel
(1966 / 67 - 1984)
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| Architekt |
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keine Angabe
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10'07 Angaben ohne Gewähr
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Weitere |
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| Das Märkische Viertel
ist mir eigentlich nur durch den genialen Klein- und Selbstdarsteller 'Fil' bzw.
'Phil' (schreibt seinen Namen nach Lust und Laune) bekannt, dessen Kultcomics
(u.a. 'Diddi und Stulle') seit Jahren im Stadtmagazin 'Zitty' veröffentlicht
werden und der im Märkische Viertel aufgewachsen ist. Als ich mich auf den
Weg in den nahezu letzten Zipfel des Nordens machte, ging mir seine Textzeile
aus dem Lied 'MV' (Kürzel für 'Märkisches Viertel') durch den Kopf:
"Bei uns gab es statt Käptn' Iglo Gevatter Tod." Obwohl ich selbst
am Rande der Gropiusstadt aufgewachsen bin, erwartete ich das Schlimmste. |

Fassade vor der Modernisierung des Einkaufzentrums, April
1999 © kinokompendium |
Aber genauso wie die Gropius
Stadt (mit den Gropius Passagen)
ist das Märkische Viertel eine 'typische' Trabanten-Hochhaussiedlung, innerhalb
der die Bewohner alles finden sollen, was sie zum täglichen Leben benötigen.
Laut dem Buch 'Kinoarchitektur in Berlin 1895-1995' wurde das 'Kino im Märkischen
Viertel' 1971 in das ansässige Einkaufszentrum integriert und für sechs
Jahre betrieben. Ein erster Mietvertrag deutet allerdings schon auf einen Betrieb
seit 1966 / 67 hin. In dem Buch wird ebenfalls eine Spielpause von sieben Jahren,
von 1977 bis 1984 genannt. Auch dieser Zeitraum ist in Kinokreisen umstritten
und eine Bestätigung für die Angabe ließ sich bis dato nicht finden.
1984 hat dann die 'Yorck-Kino GmbH' das Kino unter dem neuen Namen 'Manhattan'
wiedereröffnet und den Saal 1991 mit neuen Stühlen ausgestattet. Der
Name muß allerdings ironisch gemeint sein, da das 'MV' nichts mit dem 'Big
Apple' gemein hat.
Weitere Renovierungen der technischen Ausstattung, die 1998 noch geplant waren,
wurden bei der damaligen Situation des Berliner Kinomarktes auf Eis gelegt. Im
September 2002 trennte sich die 'Yorck-Kino GmbH' vom 'Manhattan', dessen fortbestehen
dann überraschenderweise von dem neuen Betreiber (und Yorck Mitarbeiter)
Knut Steenwerth gesichert wurde. Der rüstete nicht nur den Saal
1 mit einer neuen Tonanlage aus, sondern erweiterte sogar das Kino September
2004 durch zwei weitere kleinere Säle im Black-Box Stil, die eine Etage über
dem Saal 1 in einem ehemaligen Jugendclub lagen.
Mitte September 2007 gab es dann wieder Gerüchte, dass das Kino schließen
muss. Doch der Betreiber Knut Steenwerth machte sich für den weiteren Betrieb
stark und konnte sich, so wie es den Eindruck machte, mit dem Vermieter einigen.
Noch für die Programmwoche ab dem 20. Oktober 2007 wurde ein neuer Farbflyer
und eine neue Bonuskarte (mit den aktuellen und nun letzten Aufnahmen des Kinokompendiums)
gedruckt. So kam die Nachricht über das Ende doch überraschend und etwas
bestürzend. Seit dem 27. Oktober hat das Kino geschlossen. |

Neuer kleiner Eingang mit Elvis Darsteller Helmuth Kranz
bei einer Pause,
Juli 2007 © kinokompendium |
Um das Jahr 2000 herum wurde
das Einkaufszentrum modernisiert, was dem Kinoeingang leider sehr schadete, da
die große Leuchtschrift (siehe altes Foto oben) weichen mußte. Der
Eingang lag jetzt zwischen dem Einkaufszentrumeingang und einer Bank, und war
trotz ein paar hängenden Filmplakaten und der Leuchtschrift 'Kino' schwer
zu finden, so dass selbst Leute die direkt davor standen noch im Kino angerufen
hatten um den Weg zu erfragen. Um in das Kino zu gelangen, stieg man zwei Stockwerke
durch ein etwas trostloses Treppenhaus.
Der Boden des geräumige Foyer war zum Teil mit hellbraunen Fliesen ausgelegt.
Zwei kleine Treppen führten in den großen Saal 1 und ein zweites Treppenhaus
am Ende des Foyers führte eine Etage höher zu den neueren Sälen
2 und 3. Die Wände waren weiß gestrichen und blaue Pinwände boten
genügend Platz für Filmplakete. Die vierte Wand war eine Fensterfront
durch die Tageslicht ins Foyer strömte. Korbstühle und Tische boten
eine Sitzmöglichkeit bis zum Einlass.
[Ben 7'07]
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Foyer im Obergeschoss mit Aufgängen zum Saal 1, Juli
2007 © kinokompendium |
| Über zwei Treppenfluchten
betrat man den Saal von links oder rechts hinten. Die braunorangenen unverputzten
Steinwände und der farblich abgestimmte Bodenbelag boten einen großen
farblichen Kontrast zu den türkisen Sesseln. Die zum hinteren Teil des Saals
leicht abfallende, abgerundete, weiße Decke wirkte wie ein aufgesetzter
Deckel auf den Steinwänden und bildete eine Linie mit der oberen Kante der
Leinwand. Der Blick wurde somit zur Leinwand und dem silberweißen Vorhang
gelenkt. An den Wänden hingen jeweils vier silberne Blechboxlampen, die die
Decke bestrahlten. |

Saal 1, Juli 2007 © kinokompendium |
Die Sessel mit Flaschenhalter
waren sehr bequem und der Reihenabstand ließ keine Wünsche offen. Jede
dritte Reihe hatte eine besonders hohe Abstufung, so dass man keinen Besucher
vor einem zu fürchten brauchte.
Aufnahmen des Projektorraums für den Saal 1 können Sie übrigens
in unserer Beschreibung Kinotechnik:
Bildformate sehen.
[Ben 7'07]
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Saal 1, Juli 2007 © kinokompendium |
| Der im September 2004 geöffnete
Saal 2 hatte schwarze Wände und Decke. Die hellen Klappsessel mit einem Art
Cordbezug und Holzverkleidung werteten dabei den Saal ungemein auf und ließen
ihn sehr freundlich wirken.
[Ben 7'07]
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Saal 2, Juli 2007 © kinokompendium |
| Der im September 2004 geöffnete
Saal 3 lag im rechten Winkel zum Saal 2. Da für den Saal 2 und 3 nur ein
Projektorraum gebaut werden konnte, wurde hier der Film aus der rechten hinteren
Ecke diagonal in den Raum projiziert. Dieses hatte zur Folge das auch die Sitzreihen,
mit den blauen Klappsesseln und die Leinwand diagonal in den Raum instaliert waren.
So befand sich hinter der Leinwand eine dreieckige, ungenutzte Fläche. Der
Saal war sehr dunkel, da nur ein paar Deckenstrahler den Raum erhellten.
[Ben 7'07]
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Saal 3, Juli 2007 © kinokompendium |
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