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      CineStar IMAX-Theater Potsdamer Platz
Saal
Zum Stadtplan
 Adresse
  Sony Center
Potsdamer Straße 4
10785 Berlin Tiergarten
 Kinobetrieb von - bis
  20. Januar 2000 - 27. März 2011
 Heute
  CineStar EVENT Cinema
 Platzanzahl
  537 Plätze
 Alternativer Kinoname
  keiner
 Architekt
  Helmut Jahn, Murphy/Jahn
4'11 Angaben ohne Gewähr
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 Beschreibung
Am 20. Januar 2000 eröffnete im 'Sony Center' mit dem CineStar Potsdamer Platz nicht nur das zweite Multiplex am Potsdamer Platz, sondern am selben Tag mit dem 'CineStar IMAX-Theater Potsdamer Platz' auch das zweite IMAX-Theater. Das im Oktober 1998 eröffnete Discovery Channel IMAX-Theater Berlin erfreute sich damals natürlich nicht, da beide Kinos in der Regel das identische Programm anboten. Im Jahr 2006 musste die Konkurrenz schließen, was natürlich dem 'CineStar IMAX-Theater Potsdamer Platz' zu Gute kam. Am 27. März 2011 wurde ohne große Vorankündigung auch das 'CineStar IMAX-Theater Potsdamer Platz' geschlossen, um dem CineStar EVENT Cinema Platz zu machen.

Das 1970 entwickelte IMAX-Filmformat und die dazugehörigen Abspielorte nehmen auf dem Kinomarkt eine Sonderstellung ein. IMAX entspricht mehr einer Jahrmarktsattraktion, die die Zuschauer in der Regel stärker durch die Technik als durch den Film lockt. Das Bildnegativ ist zehnmal größer als beim Standard 35mm-Film und ermöglicht so eine klare und gestochen scharfe Bildprojektion auf Leinwänden mit Größen von über 500qm.
Das gesamte Blickfeld wird durch die große Leinwand als auch durch die relativ nahe Sitzposition abgedeckt. Die Rezeption ist daher für das Auge wesentlich anstrengender, was bei Konzeption und Bildästhetik von IMAX Filmen beachtet werden muß.

Die bis dato über 200 Filme speziell für das IMAX- und IMAX 3D-Format produzierten Filme sind größenteils thematisch dem Dokumentarfilm angelehnt, fallen aber hauptsächlich durch Ihre unkritische Haltung auf. So setzen die mit großem Aufwand entstandenen Filme (vom Meeresboden über den Mount Everest bis zum Weltall wurde alles aufgenommen) hauptsächlich auf die vordergründigen Schauwerte. Im Gegensatz zum darunter liegenden CineStar-Multiplex, wurden hier die Filme ausschließlich in der Synchronfassung gezeigt.

CineStar IMAX Logo, August 2007 © kinokompendium
In den USA ist es zu einem Trend geworden reguläre Spielfilme auch für das IMAX-Filmformat aufzubereiten, genannt IMAX DMR (Digital Re-mastering). IMAX DMR bereitet die Bildqualität von 35-mm-Filmen mittels digitaler Technologie soweit auf, dass sie zur Projektion auf Bildwände geeignet sind, die bis zu 25m hoch und 37m breit sind. Die beiden Animationsfilme 'Fantasia 2000' (2000) und 'Shrek' (2001) nutzen erstmalig das IMAX-Format bevor sie mit regulären Kopien im Kino starteten. Nur wenige Jahre später wird fast jeder große (meist familientaugliche) Blockbuster auch als 'The IMAX Experience' gestartet.

Foyer im ersten Stock mit Blick ins Sony Center, August 2007
Sony Center mit Imax Gebäude, August 2006 (oben) © kinokompendium
Ein Trend der in Deutschland nur langsam Fuß gefasst hat. Reguläre Spielfilme waren im 'CineStar IMAX-Theater Potsdamer Platz', meist nur für eine Woche, zu sehen. Darunter: 'The Matrix - Reloaded' (2003), 'The Matrix - Revolutions' (2003) und 'The Polar Express' (2004). Im Jahr 2007 gab es dann eine kleine Trendwende. Bei 'Harry Potter und der Orden des Phönix' waren die letzten 20 Minuten des Showdown im 3D-Format aufbereitet und erstmals lief mit 'Die Legende von Beowulf' ein kompletter Spielfilm in 3D. 'The Dark Knight' ging wiederum einen Schritt weiter: 5 Sequenzen (40 Minuten) des Films wurden im IMAX-Format gedreht (u.a. die Eröffnungssequenz / Banküberfall, die Entführung Laus in Hong Kong, die Zerstörung des Gotham General Hospitals und der Showdown).

Eine komplette Auflistung aller IMAX Filme, als auch Spielfilme die als 'The IMAX Experience' gestartet wurden, finden Sie auf der ofiziellen IMAX-Homepage.

[Ben 4'11]

Saal
537 Sitzplätze
 Beschreibung

Den Saal betrat man von links oder rechts unten, so dass als erstes die gigantische Leinwand ins Blickfeld geriet. Ein kleiner, durch ein mattschwarzes Geländer abgetrennter Graben, zog sich ca. 2 Meter vor der ersten Reihe entlang, so dass die Leinwand ca. einen Meter unterhalb der ersten Reihe hing. Trotz des relativ großen Abstandes der ersten Reihe zur Leinwand (größer als bei einem regulären Kinosaal), war es ratsam einen Sitzplatz im unteren Drittel zu meiden. Bei einer nicht ausverkauften Vorstellung saßen in der Regel die Zuschauer in der oberen Hälfte.
Über einer Lichtborte in den schwarzen Wänden diagonal entlang der Stufen, hingen je sechs Lampen mit je einem weißen und roten Strahler. Die Decke war mit einem Gitter verkleidet und die bequemen nackenhohen Klappsessel waren rot.


Saal, August 2007 © kinokompendium
Zur Eröffnung des 'CineStar IMAX-Theater Potsdamer Platz' gab es für 3D-Filme noch eine sogenannte Shutterbrille. Die Brille hatte LCD-Gläser, die über Infrarot mit dem Projektor synchronisiert wurden. Der Projektor projizierte abwechselnd ein Bild für das linke und rechte Auge auf die Leinwand. Die Brille machte parallel das jeweilige LCD-Brillenglas lichtdurchlässig bzw. undurchlässig. Dies geschah 96 Mal in der Sekunde, damit das Bild flimmerfrei blieb, und die Zuschauer keine Kopfschmerzen bekommen. Es gab allerdings zwei elementare Nachteile: Die Brille war relativ schwer und die 3D-Technik wurde nicht weiterentwickelt und von der Polarisationstechnik vom Markt verdrängt.

Schaukasten zum Thema IMAX im Erdgeschoß, August 2007 © kinokompendium
Somit stieg auch das 'CineStar IMAX-Theater Potsdamer Platz' im Juli 2007 auf die Polarisationstechnik um. Dabei werden die Bilder für das linke und rechte Auge parallel auf die Leinwand projiziert. Vor den Projektionsobjektiven und in den Polfilterbrillen befinden sich jeweils um 90° versetzte Polfilterfolien. Dadurch wird erreicht, dass das linke Auge nur das linke Bild und das rechte Auge nur das rechte Bild sieht. Die Brille ist zwar jetzt, im Gegensatz zur Shutterbrille leichter, aber die Polfilter absorbieren auch stark das Licht (was durch entsprechend helle Xenonlampen im Projektor ausgeglichen werden muss). Je mittiger man zur Leinwand sitzt, desto heller, je seitlicher man sitzt, desto dunkler wird das Bild.

[Ben 4'11]