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  Potsdamer Platz

CineStar Potsdamer Platz
Filmrauschpalast
Haus der Kulturen der Welt

 Beschreibung
Durch den Mauerbau wurde der Potsdamer Platz, ein ehemaliger Dreh- und Angelpunkt Berlins, zu einer leerstehenden Brache. In den 90er Jahren wurde hier ein neues Zentrum aus dem Boden gestampft. Von 1994 bis 1998 entstanden am Marlene Dietrich Platz (ein Name der an die alten Glanzzeiten des Potsdamer Platz erinnern soll) das 'Stella Musicaltheater' und die angrenzende 'Spielbank', entworfen von den Architekten Renzo Piano und Christoph Kohlbecker.


Fassade mit Berlinale Werbung am Tag, Februar 2005 © kinokompendium
Nachtaufnahme, Februar 2006 © Internationale Filmfestspiele Berlin / Andreas Teich
Seit dem Jahr 2000 ist das Musicaltheater Hauptspielort des Wettbewerbs der Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz 'Berlinale'. Filmvorführungen wurden bereits beim Bau des 'Musicaltheaters' berücksichtigt. Die Ankunft der Stars findet seitdem nicht mehr auf dem roten Teppich vor dem Zoo Palast, sondern auf den Treppen des 'Berlinale Palast' statt. Dank einer Videoleinwand wird das Vorfahren der Limousinen jetzt viel massenwirksamer inszeniert. Neben der 'Berlinale' gab es erstmals 2005 drei Deutschlandpremieren im Saal: 'Krieg der Sterne - Die Rache der Sith', Steven Spielbergs 'Krieg der Welten' und Peter Jacksons 'King Kong'.

Shooting Stars, Februar 2006 © Internationale Filmfestspiele Berlin / Ali Ghandtschi
Von außen wirkt das 1999 eröffnete Gebäude durch seine Glasfassade ziemlich geräumig. Innen jedoch sind die engen Aufgänge und Durchgänge nur bedingt für die Massen konzipiert. Nur im Erdgeschoss ist der Raum großflächig genug für ein ausverkauftes Haus. Insgesamt erinnert der moderne Look eher an eine Bürolobby als an ein hübsches Musical-Theater.

Doch die Macher der 'Berlinale' haben sich etwas Besonderes einfallen lassen: Jeder anwesende Gaststar eines Wettbewerbfilms wird mittags porträtiert und die daraus entstandenen Aufnahmen werden noch am selben Abend in den Gängen des 'Berlinale Palastes' aufgehängt und signiert. Von 2000 bis 2002 stellten die italienischen Spezialisten 'Photo Movie' die einmaligen Aufnahmen auf Großpolaroids (ca. 50 x 70) her (siehe unten). Seit 2003 macht Gerhard Kassner Digitalaufnahmen, die anschließend in Übergröße ausgedruckt werden (siehe folgendes Foto).

Foyer, um 1999 (links) © CinemaxX AG / Michael Krüger
Cate Blanchett, Februar 2007 © Internationale Filmfestspiele Berlin / Richard Hübner

Im Vorführraum wurde nicht nur im ersten Jahr die allerneueste Kinotechnik installiert. Der 'Berlinale Palast' war der erste Saal Europas, der mit dem dts-es-Tonsystem ausgestattet wurde. Doch auch bei der Projektion kam durch die Partnerfirma 'Barco' alljährlich die neueste digitale Technik zum Einsatz. Wurde im Jahr 2005 nur ein Film ('The Hidden Blade') digital projiziert, so waren es im Jahr 2008 bereits drei Filme ('Hanami - Kirschblüten', 'Feuerherz' und qualitativ am höchsten 'The Other Bolyn Girl'). Was nur wenige wissen: Während der digitalen Projektion wurde 2008 parallel eine 35mm Kopie des Films gespielt, für den Fall, dass es zu einem aussetzen des digitalen Equipments kommt. Ebenso werden in der Nacht alle Wettbewerbsfilme des kommenden Tages getestet und aufgeführt. Meist sind neben dem Berlinale Fachpersonal Techniker des jeweiligen Studios oder Verleihs anwesend.

[Ben & Chr 2'08]


Großpolaroids von Kate Winslet & Geoffrey Rush, Februar 2001 © Photo Movie
Saal
Bestuhlung Leinwand Projektion Tonsystem
Plätze: 1631
Reihen: Parkett 28
1. Rang: 12; 2. Rang: 5
20 x 8m
35mm Theater70mm Theater
D-CinemaDigital Light Processing
Dolby Digital - EXdts - es
SDDS
Bei der Beurteilung des Kinos darf nicht vergessen werden, dass der Saal für Musical-Vorführungen konzipiert wurde. Dem Saal fehlt es, durch die Absicht eine größtmögliche Auslastung zu erreichen, an vielen Stellen am kinoüblichen Komfort: Beispielsweise wären die roten Sitze sicherlich gemütlicher wenn sie nicht so übertrieben dicht neben- und voreinander angebracht wären. Doch solange man eine Karte für das Parkett bekommen hat, lässt sich der Film noch genießen. Alle anderen Plätze, vor allem im ersten und zweiten Rang, sind trotz der riesigen Leinwand mehr eine Qual als wirkliches Kinovergnügen. Die Sicht von oben auf die Leinwand ist stark gewöhnungsbedürftig, nicht nur aufgrund des zu großen Abstands. Anwesende Gäste, die nach dem Film die Bühne betreten, lassen sich aus dieser Entfernung nur erahnen.

Saal, um 1999 © CinemaxX AG / Michael Krüger
Zusätzlich wird die Sicht in der ersten Reihe der Ränge durch eine Balustrade eingeschränkt. Beugen sich die Besucher dieser Reihe für eine bessere Sicht nach vorne, löst das nach hinten durch die Reihen eine Kettenreaktion sich streckender Hälse aus. Wer ausschließlich an dem Film und nicht an einem anwesenden Star interessiert ist, sollte sich den Film lieber als Wiederholung in einem anderen Kino anschauen.

[Ben & Chr 2'07]

 
Leinwand / Projektion  herausragend sehr gut
Sound  Parkett:sehr gut
1. Rang:annehmbar
2. Rang:mäßig
Parkett:sehr gut
1. Rang:annehmbar
2. Rang:schlecht / mangelhaft
Sitzkomfort  mäßig schlecht / mangelhaft
Reihenabstand  mäßig schlecht / mangelhaft
Magic-Johnson-Faktor  schlecht / mangelhaft mäßig
Lieblingsplatz  Parkett: Reihe 16, außen Parkett: Reihe 14
Atmosphäre  Parkett:sehr gut
Ränge:schlecht / mangelhaft
Parkett:annehmbar
Ränge:schlecht / mangelhaft