|
 |
Das analogen Lichttonverfahren auf einem
Filmstreifen wurde 1921 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und war insofern revolutionär,
da sich der Ton auf dem selben Filmstreifen befand wie das Bild. Mit diesem Datum begann
eine Erfolgsgeschichte die weltweit bis heute anhält.
Leicht erkennbar durch die Zackenschrift befindet sich der Ton zwischen den Einzelbildern und
den Perforationslöchern des Films auf einer Breite von maximal 2,54mm.
Um den Ton wiederzugeben durchleuchtet an der Ton-Abtasteinheit des Projektors ein kleine Lampe
den Tonstreifen. Das Licht wechselnder Stärke fällt somit auf eine Fotodiode die es in eine
Wechselspannung umwandelt. Anschließend durchläuft der Ton einen Verstärker, der die Lautsprechern
ansteuert. Bild und Ton sind in etwa einer Sekunde Abstand auf dem Filmträger aufgezeichnet,
um den Versatz von Objektiv und Ton-Abtasteinheit auszugleichen. Dies gilt auch für den Digitalton. |
 |
Zwei analoge Kanäle
für Links und Rechts. |
 |
Vier analoge Kanäle
für Links, Mitte, Rechts und Hinten.
Ray Dolby gründete 1965 Dolby Laboratories, Inc. und entwickelte unter dem
Namen 'Dolby A-type® noise reduction' das erste Audiokompressions und Wiedergabe
System der Firma welches bei professionelle Audioaufnahmen das Hintergrundrauschen
stark verringerte, ohne das Originalmaterial hörbar zu beeinträchtigen.
Eine Weiterentwicklung wurde im Jahr 1968 bzw. 1970 für Tonband- & Audiokassettenspieler
lizensiert.
Zur selben Zeit (1970) wurden erste Schritte unternommen das Dolby-System auch
im Kino mit dem bereits vorhandenen Equipment der Kinos zu implementieren. Erste
Versuche mit einer besseren Rauschunterdrückung des optischen Tons auf einer
35mm-Filmkopie waren zwar ein Erfolg, die Tonwiedergabe
war aber zu dem Zeitpunkt immer noch in Mono!
Ausnahmen bildeten große Blockbuster (wie zum Beispiel 'Doktor Schiwago'),
die in einer 70mm Kopie mit einem magnetischen
Mehrkanal-Ton veröffentlicht wurden. (Ein kostspieliges Verfahren, bei
dem jede einzelne Kopie mit schmalen Magnetstreifen versehen war, auf denen dann
der Ton in Echtzeit gespielt wurde um im Kino mit dem entsprechenden Gerät
abgespielt zu werden.)
1975 gelang Dolby mit der Einführung von Dolby-Stereo dann der Durchbruch.
Auf einer 35mm-Filmkopie konnte auf dem selben Platz anstelle des optischen Mono-Tons
vier separate analoge Kanäle verschlüsselt werden, und trotzdem auch
in Kinos mit alten Equipment wiedergegeben werden. Es wurde also nach wie vor
nur eine Filmkopie benötigt.
Es bedurfte zunächst aber noch eines längeren Lern- und Überzeugungsprozesses
in allen vertikalen Filmbereichen (von den Produzenten/Studios inklusive der Tonabmischung
bis hin zu den Kinobetreibern, die Ihre Säle dementsprechend neu ausrüsten
mussten) diese neue Investition zu tätigen - natürlich mit dem Endziel
mehr Zuschauer anzusprechen und einen Profit daraus zu machen. Dolby nennt hier
zwei Filme aus dem Jahr 1977 die Dolby-Stereo zum endgültigen Durchbruch
verhalfen: 'Krieg der Sterne' und 'Unheimliche Begegnung der dritten Art'.
Für diese Entwicklung gab es 1978 von der Academy of Motion Picture Arts
and Sciences den Scientific and Engineering Award! |
| Dolby Stereo
Spectral Recording (Dolby-SR) |
|
 |
Wie Dolby
Stereo (Vier analoge Kanäle für Links, Mitte, Rechts und Hinten),
aber mit besserer Rauschunterdrückung und mehr Dynamik. Der Standard für
den Analogton.
Parallel zu den ersten Schritten in das digitale Tonzeitalter, wurde 1986 Dolby-SR
aus Dolby-Stereo weiterentwickelt, und erreichte eine ähnlich hohe Qualität
bei der analogen Tonaufnahme und Wiedergabe, wie die ersten digitalen Geräte.
Eine kostengünstigere Lösung für alle Nutzer von analogen Equipment,
die die damalige riesige Investition in das neue digitale Equipment sich nicht
leisten konnten oder wollten. |
| |
Beim digitalen Lichttonverfahren
auf einem Filmstreifen werden die digitalen Informationen von 'Dolby' und 'Sony' von einem
Fotoempfänger ausgelesen und dann im jeweiligen Dekoder zu Tonsignalen umgewandelt. Für
'dts' hingegen ist nur eine Ton-Steuerspur auf dem Film vorhanden, die für das bildsynchrone
Abspielen der dts-Feature-Disc sorgt.
Diese Verfahren erlauben mehr Kanäle, eine höhere Dynamik und geringere Anfälligkeit
von Beschädigungen gegenüber dem analogen Verfahren. Bei 'Dolby' und 'Sony' sind die Toninformationen
so gespeichert, dass selbst bei Beschädigungen an einzelnen
Bildern das gesamte Tonsignal rekonstruiert werden kann. |
Dolby Digital
Dolby Stereo Spectral Recording Digital (Dolby SR.D) |
|

 |
Sechs Kanäle für
Links, Mitte, Rechts, hinten Links & Rechts und Subwoofer.
Neben dem Digitalton existiert auf dem Film weiterhin ein analoger SR
Ton (daher der ursprüngliche Name SR.D), auf den bei einem digitalen
Tonausfall sofort zurückgeschaltet wird. Bitte beachten Sie, dass nicht jeder
Film alle verfügbaren Kanäle nutzt, auch wenn das jeweilige Digitalton-Logo
im Abspann steht.
Dolby Laboratories, Inc. begann 1982 mit der Forschung und Entwicklung von digitalen
Decodern und produzierte 1984/1985 den ersten Decoder (AC-1) der unter anderem
Verwendung bei Satelliten Übertragungen fand.
Die dritte Generation des digitalen Decoders (AC-3) wurde speziell für die
Multikanal Wiedergabe wie bei Kinofilmen entwickelt und 1992 unter dem Namen Dolby
SR.D auf den Markt gebracht. Auch für diese Entwicklung vergab die Academy
of Motion Picture Arts and Sciences 1995 den Scientific and Engineering Award! |
| Digital Theater
Sound (dts) |
|

 |
Sechs Kanäle für
Links, Mitte, Rechts, hinten Links & Rechts und Subwoofer.
Der Ton wird dem Kino auf einer separaten dts-Feature-Disc (CD-ROM) mitgeliefert,
die sich nur auf einem dts-Player mit der entsprechenden Filmkopie abspielen lässt.
Dieses System ermöglicht rein theoretisch, dass ein und der selbe Film mit
unterschiedlichen Sprachfassungen ausgeliefert werden könnte. Eine Ton-Steuerspur (Timecode)
auf der Filmkopie sorgt für das bildsynchrone Abspielen des dts-Player.
Weiterhin existiert auf dem Film ein analoger Lichtton, auf den bei einem digitalen
Tonausfall sofort zurückgeschaltet wird. Fast alle neuen Filme liegen heute
in Dolby Digital und dts vor.
Bitte beachten Sie, dass nicht jeder Film alle verfügbaren Kanäle nutzt,
auch wenn das jeweilige Digitalton-Logo im Abspann steht.
Das Unternehmen Digital Theater Sound wurde im Jahr 1993 gegründet, und einer
der ersten prominenten Blockbuster mit einer dts Tonspur war 'Jurassic Park'. |
| Sony Dynamic
Digital Sound (SDDS) |
|

 |
Acht Kanäle für
Links, Halblinks, Mitte, Halbrechts, Rechts, hinten Links & Rechts und Subwoofer.
Viele Kinos mit SDDS-Ausstattung nutzen die beiden zusätzlichen Kanäle
gegenüber Dolby Digital und dts
nicht, weil die nötigen Lautsprecher nicht vorhanden sind. Wie bei Dolby
Digital und dts ist weiterhin analoger Lichtton vorhanden, auf den bei einem digitalen
Tonausfall sofort zurückgeschaltet wird.
SDDS ist eine Entwicklung aus dem Hause Sony (Inhaber der Filmstudios Columbia
/ Tristar) und startete 1993 mit 'The Last Action Hero'. Da nur wenige Kinos mit SDDS-Anlagen
ausgestattet sind, erscheinen alle neuen Filme auch in mindestens einem anderen Digitalformat. |
Dolby Digital
- Extended Surround (Dolby Digital-EX)
Dolby Stereo Spectral Recording Digital - Extended Surround (SR.D-EX) |
|
 |
Dolby Digital-EX ist eine
gemeinsame Weiterentwicklung von Dolby und Lucasfilm (auch Entwickler des Qualitätszertifikat
THX), die den bereits existierenden sechs Kanälen
bei Dolby Digital einen weiteren
Kanal hinten Mitte hinzufügten.
Eine Weiterentwicklung im Jahr 1999 die auch dts
mit dts-es vollzogen hat. Dolby Digital-EX etablierte
sich bereits Ende 1999 mit Filmen wie 'Toy Story 2', 'Fight Club', 'Star Wars
Episode 1 - The Phantome Menace' oder 'James Bond 007 - The World is Not Enough'
ziemlich schnell. Aber trotzdem gab es im Jahr 2005 immer noch nur 8 Berliner
Kinosäle mit Dolby Digital-EX Ausstattung. |
| Dolby Digital - Surround
7.1 |
|
 |
Gute 10 Jahre nach der Einführung
von
Dolby Digital-EX folgte Dolby Surround
7.1 mit einem weiteren Kanal im Saal. So hat man nun acht separate Kanäle: Links, Mitte,
Rechts, seitlich Links & Rechts, hinten Links & Rechts und Subwoofer.
Wie schon bei Dolby Digital-EX war es diesmal der dritte Teil der 'Toy Story' Reihe, der das
neue 'Dolby Surround 7.1' 2010 einführte. Das CineStar
EVENT Cinema war im Mai 2011 das erste Kino in Berlin mit diesem Tonsystem. |
| Digital Theater
Sound - Extended Surround (dts-es) |
|
 |
Zu den bereits existierenden
sechs Kanälen bei dts (Links, Mitte, Rechts, hinten Links
& Rechts und Subwoofer) kann auf einer dts-es codierten Tonspur, hinten Mitte (Back Surround)
und in Zukunft auch über den Köpfen (Top Surround) ein
zusätzlicher Kanal separat angesteuert werden, ohne das ein bereits bestehendes
dts Kino zusätzliche Boxen installieren müßte.
Der erste dts-es codierte Film war 1999 'Star Wars Episode 1 - The Phantome Menace'.
Zur Berlinale 2000
war der Berlinale Palast das erste Kino Europas, welches mit diesem Tonsystem gelistet
war und im Jahr 2005 ist es nach wie vor das einzig offiziell dts-es gelistete Kino Berlins. |
| Tomlinson Holman
eXperiment (THX) |
|
 |
THX ist kein Soundsytem.
THX ist ein Qualitätszertifikat: Tom Holman war ein Mitarbeiter von Lucasfilm,
der sich jahrelang mit Surround-Sound-Anlagen beschäftigte und Versuche gemacht
hat, z.B. wie Lautsprecher beschaffen und ausgerichtet sein müssen, damit
man im Kino ein adäquates Klangerlebnis hat.
Für ein großes Kinoerlebnis ist allerdings mehr nötig als nur
eine gute Tonanlage. So ist ein Katalog von Qualitätsmerkmalen entstanden,
den Kinos erfüllen müssen, um das Zertifikat von Lucasfilm zu erhalten.
Das THX-Zertifikat muss durch technische Prüfungen regelmäßig
erneuert werden. Unter anderem werden folgende Dinge untersucht:
- Ist die Leinwand groß genug?
- Halten sich Lichtreflektionen an Wand und Decke in Grenzen?
- Ist die Lichtleistung des Projektors ausreichend?
- Ist der Blickwinkel auf die Leinwand max. 36 Grad?
- Ist die Verstärkerleistung des Soundsystems ausreichend?
- Sind THX-zertifizierte Boxen installiert?
- Ist die Klimaanlage nicht zu hören?
- Ist der Projektor nicht zu hören?
- Sind keine Außengeräusche zu hören?
Anfang des neuen Jahrtausend tauchten bei vielen THX-Kinobetreibern Zweifel über
den Sinn der 'exklusiven' und teuren Lizenz auf. Durch den inflationären
Gebrauch der Marke auf dem Heimmarkt, deren Benutzer keine Überprufung der
Heimanlage durch einen THX-Techniker hatten, schien die Verwendung des THX-Logos
nicht mehr sinnvoll. Die CinemaxX-Gruppe (inklusive des Berliner THX-Vorreiters Filmpalast
Berlin)
war die erste Kette die auf die Verlängerung der Lizenz 2002 verzichtete.
In Zahlen ausgedrückt: Im Jahr 2000 gab es noch 20 Säle in Berlin mit
THX-Zertifikat - fünf Jahre später gab es kein einzigen Saal mehr. |
|