Im Foyer stößt das Auge auf Details, die in einem
Multiplex nicht unbedingt selbstverständlich sind. Vor allem die Helligkeit des deckenhohen sonnenschutzglas-verkleideten Foyers überrascht angenehm. Hunderte von kleinen Halogenspots an der Decke suggerieren beim Betrachter einen Sternenhimmel, der nicht ganz zur Helligkeit passen will, aber trotzdem angenehm wirkt.
Der graue, mit Naturstein belegte Fußboden im vorderen Foyerbereich passt nicht wirklich zur restlichen Einrichtung, fällt aber auch nicht unangenehm auf. Im gesamten restlichen Teil des Kinos wurde der typische anthrazitfarbene 'CinemaxX'-Teppich mit farbigen Sternchen verlegt. Die paar darauf verteilten Palmen wirken nicht nur einsam und verloren, sondern auch komplett deplaziert. Stimmungsvoller wirken dagegen die vier verglasten Kassenhäuschen sowie blaue Neonröhren parallel zur freischwebenen Decke im hinteren Foyerbereich.
Das Kino fasst neun Säle mit über 2000 Sitzplätzen und spielt vor allem
Erfolgversprechendes aus Hollywood in synchronisierter Fassung. Keinen Anlass zur Kritik bietet
die Ausstattung der Säle, bei denen in punkto Komfort und Technik an alles gedacht wurde.
So bieten alle Säle durch einen hohen Steigungswinkel und einen breiten Sitzreihenabstand
eine gute Sicht auf die Leinwand. Positiv hervorheben muss man darüber hinaus die perfekte
Umsetzung behindertengerechter Zugänge. Nach Angaben von 'CinemaxX' wurden alle Säle
nach der THX-Norm gebaut, wobei zur Eröffnung des Kinos
nur zwei Säle mit dem THX-Gütesiegel ausgestattet waren. Seit 2002 hat die 'CinemaxX'-Gruppe
in allen Kinos die Lizenz dieses Qualitätszertifikats nicht mehr erneuert.
Bei aller Begeisterung über die Baugeschwindigkeit, die gute 'BVG'-Anbindung plus kostenlosen Parkplätzen, einige schöne Gestaltungselemente im Foyer sowie die film- und ausstattungstechnisch auf höchstem Niveau gebauten Kinosäle
darf nicht vergessen werden, dass es sich weder um ein architektonisches Meisterwerk, noch
um ein innovatives Programmkino handelt, sondern um ein im Großen und Ganzen kastenartig gestaltetes Multiplexkino, dass mit Mainstream-Filmen das vorwiegend jugendliche Publikum des Bezirks ansprechen möchte. Es bleibt unbestritten, dass solche Konzepte – auch wenn sie noch so ambitioniert daherkommen (und sogar in bestimmten Regionen oder Bezirken gebraucht werden) in ähnlicher Weise schon reihenweise in Deutschland existieren und zur Kinokultur nichts wirklich individuelles oder innovatives beitragen können.
[Chr 10'08]
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